15. Österreichischen Freispringchampionat

 

Die Champions beim 15. Österreichischen Freispringchampionat in Stadl-Paura sind prämiert

Freispringchampion der Vierjährigen: Sunday´s Gold v. Stakkato Gold-Belluno-Trommler (Z.: Johann Breinesel, Weistrach; B.: Nadja Pollhammer, Luftenberg) -Bild: TEAM myrtill

Freispringchampion der Vierjährigen: Sunday´s Gold v. Stakkato Gold-Belluno-Trommler (Z.: Johann Breinesel, Weistrach; B.: Nadja Pollhammer, Luftenberg) -Bild: TEAM myrtill

Sein 15-jähriges Bestehen feierte im heurigen Jahr das Österreichische Freispringchampionat, das traditionsgemäß am 26. Oktober, dem Staatsfeiertag, nach Stadl-Paura lockte. Das diesjährige Lot war mit 39 Teilnehmern besetzt und brachte würdige Sieger hervor, die in der Stadlinger Veranstaltungshalle viel Beifall und Applaus ernteten. Das Organisationsteam rund um die Initiatoren Wolfgang Stürzlinger und Christian Großholzner durfte zufrieden sein: Die Veranstaltung ging reibungslos und unter positiver Resonanz über die Bühne. Eine Aufwertung war sicherlich wieder die große Videowall, wo heuer gleich nach Absolvierung der Freispringgasse die technischen Raffinessen ausgenutzt und Slow-Motion-Sequenzen eingeblendet wurden.

Für die fachkundige Bewertung durfte zum einen der renommierte deutsche Richter Jürgen Strauß angekündigt werden, der ja als Ausbildungsleiter im Haupt- und Landesgestüt Schwaiganger tätig ist und mit viel Know-How kommentierte. Und zum anderen wurde Gerald Beck als heimischer Sportreiter nominiert, der ja eine sehr starke Verbindung zur österreichischen Zucht hat und erfolgreiche A-Pferde wie „Kuba 2“ und „Celine D´Abrek“ im Sport peäsentierte.

Das zweiköpfige Gremium hatte es teilweise nicht einfach, die Youngsters auseinander zu halten – vor allem bei den stark aufgestellten zweijährigen Pferden war die Spitze sehr überzeugend. Hier kam man nicht um den Namen Dinken herum: Gleich zwei der besten drei Platzierten gingen auf den aktuell hochmodernen Diarado-Cassini I-Nachkommen zurück. Neben dem am dritten Rang (8,37 Punkte) gereihten Denethor (Z. & B.: Dr. Franz Hummer-Niedermayr, Schwanenstadt), der mütterlicherseits Cayado und Calgary im Pedigree stehen hat, stellte Dinken auch den frischgekürten Freispringchampion der Zweijährigen: Die aus der Zucht von Franz Ebner (Gunskirchen) stammende Queenessa E. beeindruckte mit den Teilnoten von 8,40 (Technik), 8,80 (Vermögen) und 8,50 (Gesamteindruck) und sicherte sich sogar mit Endresultat von 8,57 Punkten die Tageshöchstnote, die ihr als Draufgabe zum Schärpen- und Titelgewinn eine Auszeichnung vom Züchterforum einbrachte. Nur wenige Zähler dahinter reihte sich mit dem Ergebnis von 8,50 Punkten die Reservesiegerin Whoopy W ein. Sie kommt aus der Zucht von Heinz Winter und stammt ab von Lord Perry W-Pilox-Rex Gotthard. Mit insgesamt acht Pferden reiste – als größter Beschicker – der Zucht- und Ausbildungsstall Winter aus Rudersdorf an und stellte talentierte Nachkomme seiner Eigenzucht vor, wo man nicht um die Namen der eigenen Deckhengste wie Caresino, Alibi und Lord Perry W herumkommt.

Mit viel Vermögen aufgefallen war der dreijährige Agostini (Z. & B.: Johannes Oberndorfer, Meggenhofen), der sich mit 8,33 Punkten den Triumph in der Altersklasse der dreijährigen holte. Der rahmige Fuchswallach ist ein Sohn des österreichischen Deckhengstes und ehemaligen Geländepferdechampions Aloysius. Seine Mutterlinie geht über Jacarda (v. Monte Bellini) und Jacaranda (v. Classic) auf die weltbekannte Schimmelstute Juvina zurück, was natürlich einiges für die Zukunft hoffen lässt. Lediglich 0,05 trennten den Zweitplatzierten Campari MP von der Spitze. Der von Thomas Mayr-Pranzeneder (Prambachkirchen) gezüchtete Nachkomme des Captain Future Z-Cosinus B-Polydor imponierte mit einem ansehnlichen Sprungablauf und einer ansprechenden Art in der Freispringgasse (8,27 Punkte). Aufs Podium kam wie schon im Vorjahr die schicke Contiki-Castellini-Tochter Beaujolie (Z. & B.: Josef Rettenwender, Saalfelden), die eine Gesamtpunktezahl von 8,13 bekam.

Als allerletzter Teilnehmer konnte der vierjährige Sunday´s Gold (Z.: Johann Breinesel, Weistrach; B.: Nadja Pollhammer, Luftenberg) das Starterfeld sprichwörtlich von hinten aufrollen: Der mit einer bemerkenswerten Vorhandtechnik ausgestattete Braune machte seinem Vater Stakkato Gold alle Ehre, stechen doch seine Nachkommen immer wieder mit einer tollen Manier heraus. Die Mutter Sambucca vereint mit Belluno PrH. und Trommler rein österreichisches Blut. Für die Techniknote erhielt er 8,70 Punkte, die übrigens beste Bewertung, die am heutigen Tag gezückt wurde. Beim Vermögen gab es 8,20 Punkte, für den Gesamteindruck eine glatte 8,0 und somit ein errechnetes Endergebnis von 8,30 Punkten. Bereits mit zwei Siegerschärpen ausgezeichnet ist die aus der Zucht von Johann Rainer (Maria Alm) kommende Canina, die 2015 Freispringchampionesse der Zweijährigen wurde und im Jahr darauf den Titel Siegerin des Salzburger Freispringchampionats 2016 einheimste. Mit 8,23 Punkten wurde die Con Chello-Casinos-Tochter in diesem Jahr Reservesiegerin.

Rang drei ging an den vermögenden Cyrell-Aloube Z-Sohn Cool Man (Z. & B.: Siegmund/Elisabeth Hutter, Rauris), der ja beim letzten Freispringchampionat 2016 mit dem zweiten Endrang bei den Dreijährigen prämiert wurde.

In der eigenen Abteilung der ausländisch gebrannten Pferde siegte der aus der Zucht von Heinrich Geyer (Heiligenkreuz) kommende Geyer´s Crunch, ein Nachkomme des Crunch-Latus II. Für seine ansprechende Vorstellung vergaben die Richter 8,33 Gesamtpunkte.

Futterproben von Fixkraft

Eine tolle Sponsoringaktion hat sich der Hauptsponsor Fixkraft überlegt: Jeder Teilnehmer hat nämlich einen Kübel Fixkraft-Futter aus den Händen von Berthold Kirchtag überreicht bekommen.

Wir bedanken uns auf diesem Weg bei allen Sponsoren für die Zusammenarbeit!! Erst mit der Unterstützung der Firmen und der Unternehmen aus der Wirtschaft lässt sich eine Veranstaltung in dieser Größenordnung auf die Beine stellen..

Bühne für die Jungzüchter

Die Jungzüchter waren heuer beim Arbeits- und Organisationsablauf dabei – sowohl drinnen in der Bahn als auch beim Katalogverkauf, Listen austeilen und so weiter. Das Freispringen ist wesentlicher Bestandteil von sämtlichen Jungzüchterbewerben und daraus wurde eine kleine Challenge gemacht: Jeder der Jungzüchter hat mitbewertet und es gab eine Ehrung für all jene, die am nächsten am Urteil waren. Stefanie Schöfbenker war am dichtesten dran und bis auf 0,1 Punkte am Endresultat dabei. Vor Ort im Einsatz waren darüber hinaus Lisa und Eva Etzer, Christina Faisthuber, Franziska Stürzlinger, Johanna Holzleitner, Bettina Gnigler sowie Elisabeth Oberndorfer unter der Leitung von Obfrau der Oberösterreichischen Jungzüchter Verena Nowak, die auch durch das gesamte Programm des diesjährigen Freispringchampionats führte und moderierte.

Vortrag am Vortag

Letztes Jahr erstmalig ins Leben gerufen und heuer fortgesetzt wurde der Züchterabend im Gasthaus 7er-Stall, der nicht nur informativ für einen schönen Einklang zum Freispringchampionat sorgen sollte, sondern gleichzeitig auch eine Einladung zum geselligen Zusammentreffen war. Und so freuten sich die Veranstalter, dass die Teilnehmer nahezu aus allen Ecken Österreichs angereist waren. Eröffnet wurde Mittwochabend vom Geschäftsführer des Landesverbandes der Pferdezüchter Oberösterreichs, Dr. Peter Zechner. Er skizzierte die Entwicklung der heimischen Springpferdezucht. Positive Neuerungen gab es unter anderem mit der Trennung der spring- und dressurbetonten Fohlen sowie dem AWÖ YOUNG STARS CUP.

Sehr informativ und authentisch referierte Jürgen Strauß und gab einen Einblick über aktuelle Blutlinien und die Vermarktung des Springpferdes. Ihn begleitete Gerhard Weber, der die Deckstation Schwaiganger leitet: „Frischsamen sind sehr beliebt. Natursprung eher weniger. Man könnte sagen, dass 70% Frischsamen wählen, 25% TG und 5% Natursprung.“

Die Kernaussagen des Abends waren:

  • Embryotransfer wird forciert, weil hochkarätige Sportstuten züchterisch genutzt werden können und diesem Fall eine gute Wirtschaftlichkeit gegeben ist
  • Kritische Betrachtung der Klone: Hohe Kosten, ethische Bedenken und man kommt nicht um die Präge- und Ausbildungsphase herum. Bis jetzt konnten keine Klone überzeugen.
  • Für sich selbst Überlegung anstellen: Was will man züchten, welchen Kundenkreis will man ansprechen und daher muss man wissen, welchen Weg man enschlägt.
  • Stuten mit Eigenleistung werden immer mehr honoriert wie es beispielsweise bei den englischen Vollblütern ist, wo es primär um Leistung geht.
  • Es werden vermehrt Fohlen rein nach Pedigree und Videos verkauft (Internetauktionen).
  • Immer wieder tauchen Modehengste auf, aber für ein gutes Zuchtprodukt ist eine gute Mutterstute unumgänglich.
  • Nach Aufzucht ist eine erhebliche Investition in Grundausbildung und Turniersport zu Wertsteigerung notwendig. Stichwort: Ausbildungsweg!
  • Gesundheitlichen Aspekt darf man nicht außer Acht lassen. Gesundheit lässt sich auch züchten.
  • Praktisches Beispiel Hengst Taalex (v. Tangelo van de Zuuthoeve a. d. Alexa n. Alexis Z-Gotthard; Z: Jürgen Strauß): Ausbildung, sportlicher Werdegang, Vermarktung und Verkauf.

Fazit: Man muss an sein Pferd glauben! Ausbildung ist elementar wichtig. Dabei objektiv betrachten: Wie präsentiert sich das Pferd und wo.