Calme, En Avant, Droit – Ruhig, vorwärts, gerade

 

Vorweg gleich gesagt, ein Buch das zum Denken anregt. So, keine Lust mehr weiter zu lesen? Ich würde sagen, selbst Schuld. Das Buch erzählt uns zum Einen die Geschichte der Reitkunst der alten Reitmeister. Zum Anderen klärt es uns jedoch über den Satz auf: Richte dein Pferd gerade und reite es vorwärts auf.

Die beiden Autorinnen Alexandra Zich und Denise Ohms sprechen mit ihrem Buch den denkenden Reiter an. Alexandra Zich, selbst eine erfolgreiche Dressur-Ausbilderin, weiß also, worüber Sie schreibt. Zur Seite stand ihr Denise Ohms, eine Grafik-Designerin, die sehr Reitsport begeistert ist. Ihr Buch ist nicht nur vom Format außergewöhnlich, sondern auch von der Form der Illustration her.

Dem Leser werden vor allem die in Orange gehaltenen Zitate alter Reitmeister ins Auge fallen. Trotz anderer Farbe ist und bleibt der Inhalt des Buches sehr angenehm zu lesen und wirkt absolut nicht störend.

Zu Anfang des Buches begegnet man dem wohl ältesten Reitmeister, dem Griechen Xenophon, der etwa 430 v. Chr. lebte. So folgt man chronologisch allen bekannten Reitmeistern, die die Reitkunst beeinflusst haben, bis in die Gegenwart.

Haflinger StuteDie Autorinnen stellen vor weg auch klar, dass sie nicht unbedingt gut heißen, wie die alten Reitmeister gegenüber den Tieren die Ergebnisse erreicht haben und es wird dann mal schon sehr sachbezogen von Pferdematerial geschrieben. Doch das brachte wohl die damalige Zeit mit sich.

So finden wir uns nach Xenophon im Mittelalter wieder mit seiner Panzerreiterei. Da hatte so manches Streitross im wahrsten Sinne des Wortes schwer zu tragen. So mancher Ritter brachte so schon mal 400 Pfund auf die Waage. Und nun stellen wir uns das nur mal kurz in der heutigen Zeit vor.

Die Reise geht von da aus weiter in Richtung 15. – 16. Jahrhundert. Hier begegnet man dem „Vater derAischa und Martin (admin) ReitkunstFrederico Grisone. Von ihm stammen beispielsweise die Fachbegriffe wie „Volte und Kapriole“. Leider wahr das Jahrhundert für seine Brutalität gegenüber dem Pferd bekannt, auf das wir hier nicht näher eingehen wollen. Die beiden Autorinnen bringen das dem Leser jedoch, ohne großartig ins Detail zu gehen, sehr gut näher.

Weiter geht es mit dem damals umstrittenen Antoine de Pluvinel, denn er spricht zum ersten Mal darüber, dass auch ein Pferd eine Persönlichkeit besitzt.

Der Leser ist nun mittlerweile im 17. Jahrhundert angekommen und hier ist dem Buch zu folge ein Name zu nennen: „Herzog Wilhelm Cavendish von Newcastle“: Der rühmte sich, dass in nur drei Monaten seine Pferde alle gewünschten Schulen auf der Erde und über der Erde beherrschen könnten. Wir wagen also zu bezweifeln, dass dies sehr gesund für das Pferd war, denn er beklagte wohl gleichzeitig; dass gerade diese Pferde danach nicht mehr zu gebrauchen waren.

Nun ist noch „Francois Robichon de la Gueriniere“ aus dem Buch zu nennen, denn er beeinflusste die Reitkunst so, dass seine Lehre heute noch praktische Anwendung in der Spanischen Reitschule in Wien findet.

Friesenstute RonjaUnd schon finden wir uns mit den Autorinnen Alexandra Zich und Denise Ohms im 19. Jahrhundert wieder. Hier begegnen wir E. F. Seidler, Francois Braucher, Antoine Cartier Vicomte D´Aure, General Alexis L´Hotte, James Fillis, Louis Seeger und Gustav Steinbrecht alles Reitmeister die der Reitkunst für die heutige Zeit entscheidend beeinflusst haben.

Wichtig und Entscheidend ist der Satz der in diesem Buch steht: „ Aus Wissen Folgt Können und aus Können folgt Kunst“ darüber sollte jeder nachdenken ob nun alter Hase oder Anfänger.

Alexandra Zich und Denise Ohms verstehen es auch dem Leser nahe zu bringen das es wichtig ist nicht nur sich auf eine Pferd zu setzen und los zu reiten. Sondern vermitteln reichlich illustriert. Wie man lernt sein Pferd zu beobachten. Wer hat schon sich schon wirklich intensiv Gedanken über die „Natürliche Schiefe“ gemacht? Nun ja der wohl der Erfahrung oder drauf von jemanden aufmerksam gemacht worden ist.

Weiter verstehen es die Autorinnen geschickt dem Leser den Begriff: „Unter den Schwerpunkt treten“ oder die Grundsätze der klassischen Reitkunst – Der Weg zum künstlichen Gleichgewicht“ rüber zu bringen. Beide weisen jedoch drauf hin das dieses Buch keineswegs als Reitlehre zu sehen ist. Viel mehr schaffen es beide Autorinnen klar zu definieren was sie selbst für gut heißen und was sie nicht unbedingt befürworten.

Calme, en Avant, DroitDiese Buch soll all denen helfen die schon Erfahrungen mit einem Pferd haben oder es gerade damit Erfahrung sammeln. Sie treffen geschickt den Ton oder den Nerv das eigentlich ein jeder Reiter oder der es werden möchte nicht blindlings etwas nachahmt. Sondern wirklich darüber nachdenkt ob er mit dem tun die gewünschte Wirkung bei Pferd und Mensch erzielt. Vor allem ob sein tun in dieser Form überhaupt nötig ist.

Im Schlusswort finden wir wieder einen Satz der uns eigentlich das ganze Buch gegleitet:

AUS WISSEN FOLGT KÖNNEN UND AUS KÖNNEN FOLGT KUNST

Legend vom DudelhofFazit von www.Friesen-Welt.de : Das Buch hat mich sofort gefesselt. So zähl ich mich persönlich noch auch nach einem Jahr intensiven und exesiven Friesen Konsum neuerdings von meiner Seite auch Shire Horse, noch zu den Anfängern. Doch das Buch hat mich wieder dem Tier Pferd ein wenig näher gebracht. Mein Gefühl sagt mir das nach dem lesen des Buches viele nachdenken werden. Es ist nicht die Lösung auf alle Fragen. Doch es gibt kurz und bündig wieder wo die Ursprünge zwischen Pferd und Mensch herkommen. Und ein weites Zitat aus dem Buch: Alles schon mal da gewesen?

Darum ein klares „JA zum Kauf des Buches“.

Autoren: Alexandra Zich und Denise Ohms

Titel: Calme, En avant, Droit.

Verlag: Wu Wei Verlag

ISBN: 978-3-930953-34-9

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