Ekzem beim Pferd

 

Zum Thema Sommerekzem wurden vor ca. 60 Jahren, erstmalige Untersuchungen bei Pferden vorgenommen. Bei den Test´s hat man erstmalig eine Mückenart in Erwägung gezogen, welche man mit der heimtückischen Hauterkrankung in Verbindung brachte.

Heute ist bekannt, dass es sich um 3 verschiedene Arten von Sommerekzem auslösenden Insekten handelt. Sie gehören alle der Gattung der „Cullicoides“ an.

– Kriebelmücken (Simuliida)

– Schmetterlingsmücken (Psychodidae)

– Gnitzen (Ceratopogonidae)

Schon sehr früh war zu erkennen, dass vor allem Importpferde wie Isländer betroffen sind. Dies führt auch heute noch, durch die veränderte Umgebungstemperatur und die Nahrungsumstellung häufig zum Sommerekzem.

Symptome – April bis Oktober

Ab ca. April -> kleine Stichpusteln

– Abscheuern der Mähne (Langhaar)

– Abscheuern des Schweifes (Langhaar)

– Trockene, schuppende Haut

– Kahle Stellen durch Scheuern an Kruppe, Gesicht, Hals, Bauchnaht, Kinn und Ohren

– Schwellung der Bauchnaht

– Unruhig, nervös vor allem bei Insektenflug

– Wunden werden eitrig -> Locken mehr Insekten an

– Ein Kreislauf beginnt!

Ursache

Sommerekzem bei Pferden ist eine Kombination aus Stoffwechselerkrankung und dem Stich der Kriebelmücke (Simuliida), Schmetterlingsmücke (Psychodidae) und Gnitzen (Ceratopogonidae). Die Mücke, sondern beim Stich ein Secret ab, welches bei vielen Pferden zu Hautreaktionen -> Juckreiz und kleinen Pusteln führt. Dadurch, dass die Mücken mehrmals mehrere Minuten an Unterschiedlichen Stellen in die Haut stechen, ist eine größere Hautfläche betroffen. Die Symptome sind dann an den betroffenen Stellen, wie Mähnenkamm, Wiederrist, Kruppe, Bauchnaht usw. sehr schnell durch abgescheuerte Stellen zu erkennen.

Mittlerweile kann man die Aussagen immer mehr belegen, dass es auch an Fütterung und Haltungsfehlern liegen kann. Der Körper kommt aus dem Gleichgewicht und wird anfälliger für Allergie und Krankheiten allgemein.

Untersuchungen zeigen auch, dass es einen Zusammenhang zwischen Ekzem und Lebererkrankungen gibt.

Ekzemer weisen einen erhöhten Leberparameter wie GOT, GPT, GLDH und GGT auf.

Die Haut zeigt uns als größtes Ausscheidungsorgan die für uns mikroskopisch sichtbaren Anzeichen. Die Stoffwechselproduktion kann nicht mehr genügend Giftstoffe abtransportieren und / oder verarbeiten und Schädigen so unter anderem die Haut.

Ebenfalls vermuten die Ärzte, dass die Futter Zusammenstellung bzw. das fehlen von Wichtigen Mineralien, vor allem Selen und Kupfer und zu viel Eiweiß das Ekzem verstärkt.

!!! -> Vorsicht: Überdosierung von Seelen führt zu Vergiftungserscheinungen! Also, daher alles in Maßen. Weniger ist oft mehr!!

Auch die Psyche der Pferde spielt eine große Rolle. Nicht nur beim Mensch äußern sich negative psychische Veränderungen, wie zum Beispiel: Stress, über die Haut, sondern auch bei Tieren. Zuviel innerer Stress kann zu einer Immunschwäche führen. Und ein nicht mehr Intaktes Immunsystem ist die perfekte Angriffsfläche für Krankheiten. Beliebte Symptome einer Immunkrankheit sind allergische Reaktionen.

Einige Berichte gehen sogar so weit und sagen, dass das Kratzen eine Art Selbstverletzung ist um sich selbst besser zu spüren und um mehr Aufmerksamkeit zu bekommen. (Stress kann durch zu viel Reiten, Unterdrückung in der Herde, Einzelhaltung usw. entstehen.)

Behandlung

Hausmittel:

– Verfüttern von ganzen Knoblauchzehen

– Melkfett / Vaseline

– Teebaumöl / +….Salbe / +…Crems

– Einölen: um die Haut regenerationsfähiger und elastischer zu machen. Vor allem eignet sich Babyöl, da es kein Parfüm enthält

– Haut nicht durch häufiges bürsten unnötig reizen. Dies regt das Scheuer Bedürfnis der betroffen Stellen an!

– Aloe Vera, Coloidal Sylver

Wissenswerte Infos zu den Insekten

Hauptflugzeit der Insekten ist morgens zwischen 5-8 Uhr sowie von 16-21 Uhr. Die Abendstunden sind am kritischsten -> Ist es Windig oder kühler, so sind Insekten weniger aktiv!

Arzt:

– Cortison als Injektion oder andere Salben

– SIT (Spezifische Immuntherapie) -> Pferde entwickeln Resistenz gegen Insekten (Voraussetzung exakte Diagnose)

! Gefahr bei SIT: das im Anschluss der Therapie, das Pferd, auf weitere Insekten allergisch reagieren könnte. So schlägt die geplante Desensibilisierung ins Gegenteil um -> eine Hypersensibilisierung tritt ein!

CAST ist auch ohne Auslösende Symptome ganzjährig zu Identifizieren. Ideal ist der CAST (Zellulär Antigen Stimulationstest) Bluttest. Er misst die Allergie auslösenden Mediatoren wie zum Beispiel Sulfidolenkotriene

Prävention

Jedes Pferd ist ein Individuum und muss anders behandelt werden!

Um die Vermehrung der Mücken zu verringern, sollte man die Umgebung ausschauen und mögliche Brutplätze der Mücke entfernen. Die Mücken vermehren sich vor allem ins Sumpfigen Gebieten -> es reicht auch die matschige Winterweiden / oder eine feuchte Futterstelle.

– Alte abgestandene Regentonnen entfernen

– Tränken und Futterständer / Plätze müssen trocken sein

– Pferdeäpfel sollen täglich entfernt werden (Im Hochsommer am besten öfters)

Die Haltung in höheren Lagen oder am Meer verbessert das Ekzem. Dies ist aus verschiedensten Berichten sehr oft positiv erwähnt worden.

Weitere Präventionsmaßnahmen sind:

a) Ekzemerdecke

b) Crem´s und Salben

c) Düfte

d) Kräuter

e) Regelmäßige Bewegung stärkt des Immunsystem

f) Weidegang

g) Fütterung

a) Ekzemerdecke:

Die Verwendung einer Ekzemerdecke ist oft für uns Besitzer ein sehr schreckliches Bild, unsere Lieblinge im warmen Frühjahrs- / Sommerwetter so einpackt zu sehen. Dennoch ist die Ekzemerdecke eine der beliebtesten Methoden. Wichtig dabei ist die Qualität! Das Pferd soll sich schließlich nicht zu Tode Schwitzen. Manche Decken haben sogar eine kühlende Wirkung!

-> Die Decke schützt zum einen vor den Mücken und verhindert neue Stich Stellen. Auf der anderen Seite ist es objektiv schöner, wenn das Pferd noch Mähne und Schweif besitzt und natürlich schützt sie vor offenen eiternden Stellen, die den Kreislauf nur noch verstärken würden.

-> Nachteil: Die Pferde verspüren dennoch den Juckreiz und zerreißen daher bei Kratz versuchen oft das teure Stück! Objektiv ist es ein unnatürliches aussehen.

b) Crems, Salben und Trinkkuren:

Es gibt viele Crems und Salben wichtig bzw. von großem nutzen haben sie, wenn sie Ölhaltig sind zum Beispiel Babyöl -> ohne Konservierungsstoffe und Parfüm

– Insektenabweisende Salben

– Cortisonhaltige Salben (helfen jedoch nicht auf Dauer)

– Crems mit Essig lindert den Juckreiz (Stelle muss mehr mal am Tag aufgetragen werden)

– Homöopathie: Behandlung mit dem Globolie Cardiospermum D 30

– Arnika – Trink-Kur / Ringelblume, Arnika (wie eine Art Tee ansetzen und Stellen) einreiben. -> Blutung und Schmerzstillende Wirkung.

– Bei offenen Wunden sind Zinksalben sehr hilfreich, sie fördern die Heilung (-> hilft auch bei Mauke!!)

– Sonnencreme

– Birkenhaarwasser auf betroffene Stellen auftragen, -> stärkt die Haarwurzel und lindert den Juckreiz.

c) Düfte:

Um die Insekten fern zu halten, hat die Natur uns herrliche Düfte geschenkt welche man nach belieben mischen und anwenden kann. Einfach in verdünnter Form auf das Fell auftragen (Schwamm)

Folgende ätherische Öle sind hilfreich bei der Insektenabwehr:

– Teebaumöl

– Zitrone

– Eukalyptus

– Minze

– Anis

– Sandelholz

– Nelke

– Neem

– Zedernholz

In der Apotheke erhältlich.

Um bereits vorhandene Stechwunden und Scheuerstellen zu behandeln eignen sich:

– Avocado

– Vanille

– Lavendel

– Olive

– Teebaum

– Nachtkerze

– Sesam

– Walnuss

Stillen den Juckreiz und fördern die Heilung.

d) Kräuter:

Das Pferd sollte immer einen Mineralschleckstein in seiner Box oder auf der Weide haben, um die Nährstoffe für eine gute Immunabwehr zu erhalten.

Seelen sollte jedoch nicht überdosiert werden, es kommt leicht zur Vergiftungserscheinungen!

e) Weidengang:

Das Thema Weidengang ist eine sehr heikle Sache bei Ekzemern. Das frische Gras so wie Silage ist sehr Eiweißhaltig und können das Ekzem verstecken.

Am sinnvollsten ist es die Pferde vormittags, wenn es noch nicht so heiß ist auf eine karge Wiese zu bringen. Über die Mittagszeit sollten sie sich in den kühlen Stall zurückziehen können und dort eine Heumahlzeit in Ruhe genießen. Über die Nacht können die Pferde wenn möglich hinaus.

f) Fütterung:

Wie unter Punkt e) beschrieben, sollte Eiweißreiche Ernährung gemieden werden. Um die Insekten auch von innen zu bekämpfen, können ganze Knoblauchzehen gefüttert werden. Durch die Ausdünstung des Öles über die Haut, werden die Insekten abgeschreckt.

Eine Wunderwaffe gegen das leidige Sommerekzem bei Pferden wurde bisher leider noch nicht gefunden, Pferde Besitzer können daher nur durch intensive und vor allem frühzeitige Pflege das Ausmaß das Ekzemes entgegenwirken.

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