Gesagt ist gesagt …

 

Andreas Dibowski, Championatsreiter aus Egestorf, nach der EM 2009 der Vielseitigkeitsreiter in Fontainebleau, bei der fünf Deutsche ausschieden und nur Michael Jung aus Horb Einzel-Bronze errungen hatte:
„Ein Pferd ist keine Maschine, die auf Knopfdruck des Reiters reagiert. Das Pferd empfindet, das Pferd erlebt und das Pferd verarbeitet. Zu all diesen Eigenschaften braucht es Zeit. Zeit, die ohnehin innerhalb einer Geländeprüfung schon eng ist. Zeit, die man aber durch ein gewisses Gespür im Aufbau, in der Gestaltung und der Reihenfolge der Abfragungen innerhalb eines Kurses steuern kann. Ein Gespür, das so manchem Aufbauer verloren gegangen zu sein scheint. Bei der diesjährigen EM gab es ab dem 6. Sprung keine Erholungs- oder Motivationssprünge mehr. Keine Möglichkeit für die Pferde, das Erlebte während der Prüfung zu verarbeiten oder evtl. wieder neuen Mut zu schöpfen.

Bezeichnend auch dafür, dass oftmals jüngere, vielleicht noch etwas naivere Pferde hier eher eine gute Gesamtleistung abgegeben haben. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber ich bleibe im Kern dabei: Der Aufbau im Gelände muss pferdefreundlicher, pferdegerechter werden, Bodenverhältnisse müssen optimiert werden und Hinweise von erfahrenen Reitern sollten mehr Beachtung finden. Wir Reiter sind gefordert. Wir Reiter müssen uns Gehör verschaffen. Wir Reiter sind es, die für unsere Pferde verantwortlich sind. Die Offiziellen und Funktionäre sind es für unseren Sport. Ich hoffe, sie sind sich dessen bewusst.“
Quelle: www.pferdesportzeitung.de – Ausgabe 40/2009 – 5. Oktober 2009